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28. Mai 2020

Gut verbunden in Studium und Lehre: MLUconf überzeugt in e-Vorlesungen über 100 Teilnehmer*innen

Verfasst von

Über 120 Studierende folgen mehrmals wöchentlich Prof. Dr. Peter Immings e-Vorlesung „Pharmazeutische/Medizinische Chemie“. Präsentationen, Notizen vor der Kamera, Chat und Videos: Über MLUconf, das neue Konferenzsystem der Universität Halle, hält er im Stud.IP Vorlesungen ab wie gewohnt – zumindest fast. Was der Professor für Pharmazeutische Chemie an dem Web-Meeting-Dienst schätzt, wie er die Veranstaltungen und seinen Arbeitsplatz organisiert, berichtet er im Erfahrungsaustausch mit dem ITZ.

MLUconf-Tipps für Lehrende von Prof. Peter Imming

MLUconf ist über die Meeting-Funktion sehr gut mit dem Stud.IP vernetzt. Ich kann die Funktionen von Stud.IP nutzen, um beispielsweise Dateien hochzuladen, um an Studierende oder andere Lehrende Rückmeldungen zu geben.

„Berührungsängste mit der digitalen Kommunikation hatte ich keine“, blickt Imming auf seine Anfänge mit MLUconf zurück. „Aus internationalen Projekten bin ich es gewohnt, vor dem Bildschirm zu sitzen und zu Leuten zu reden, die auf Bildschirme schauen.“ Die Sorge vor langsamen Übertragungsraten und technischen Störungen ist verflogen. Von Beginn an verliefen die Organisation und die Übertragung seiner Vorlesungen reibungslos. „MLUconf ist über die Meeting-Funktion sehr gut mit dem Stud.IP vernetzt. Ich kann die Funktionen von Stud.IP nutzen, um beispielsweise Dateien hochzuladen, um an Studierende oder andere Lehrende Rückmeldungen zu geben.“ Der Dozent erstellte auf der Lernplattform einen immer offenen „Vorlesungsraum“, in dem termingerecht Lehrveranstaltungen stattfinden und dazwischen Studierende sich austauschen können. „Ich habe hier nichts eingeschränkt und weiß, dass sich manchmal kleinere Gruppen vor meiner Vorlesung in dem ‚Raum‘ treffen.“

Gut verbunden

Über die Chatfunktion können Studierende innerhalb der Lehrveranstaltungen untereinander kommunizieren, ähnlich wie mit dem Sitznachbarn im Saal. Die Kommunikation Studierender untereinander ist bekanntlich bedeutend für den Lernerfolg.

Die Austauschmöglichkeit zwischen den Studierenden ist für Imming eine interessante Option von MLUconf. „Über die Chatfunktion können Studierende innerhalb der Lehrveranstaltungen untereinander kommunizieren, ähnlich wie mit dem Sitznachbarn im Saal. Die Kommunikation Studierender untereinander ist bekanntlich bedeutend für den Lernerfolg.“ Eine feste Veranstaltungszeit zieht er Aufzeichnungen vor: Sie helfe sowohl bei der Konzentration als auch bei Verständnisfragen. Die geteilten Notizen seien nützlich für Forschungsgruppenseminare, in denen graduierte Studierende gemeinsam Gedanken erarbeiten. Die Breakout-Räume, in die sich Studierende beispielsweise für Gruppenarbeiten zurückziehen können, hat er noch nicht getestet. Für Dozenten sei die Umfragen-Funktion sehr hilfreich, um auf fachliche oder technische Fragen Feedback zu erhalten, von Schätzaufgaben bis hin zur aktuellen Verbindungsqualität. Damit begann auch Immings erste e-Vorlesung.

Von rund 100 Teilnehmern hatten nur zwei oder drei Studierende auf Nachfrage Tonprobleme gemeldet; sonst bekam er keine negativen Stimmen zur Bild- und Audioübertragung, alles lief wie geplant. „Wir hatten vorher ein Arbeitsgruppen-Treffen mit zehn Teilnehmern von verschiedenen Netzwerken und Endgeräten. Als nächstes kam schon die erste Vorlesung mit rund 100 Teilnehmern.“ Die Technik hatte Imming sich schnell arrangiert: Eine Viertelstunde benötigte er vor der ersten Vorlesung. Dabei halfen ihm, neben seiner Ansprechpartnerin Dr. Kathrin Jäger beim LLZ, die Beiträge des LLZ-Wiki und die Informationen auf den ITZ-Seiten. „Den Support musste ich, bisher, nicht in Anspruch nehmen.“

Gut arrangiert

Mittlerweile hat er in 3 bis 5 Minuten seine beiden Bildschirme eingestellt, die Präsentation gestartet, die Kamera ausgerichtet. Ein Headset nutzt er nicht für Vorlesungen, da Mikrofon und Lautsprecher an seiner Hardware weit genug voneinander entfernt liegen – das wirkt sich sich positiv auf die Vermeidung von Echos aus. Seine Bildschirme hat Imming so eingerichtet, dass auf einem die MLUconf-Oberfläche und die Präsentationsvorschau mit seinen Notizen zu sehen sind. Auf dem anderen, den er

Schematische Darstellung des Bildschirm-Arrangements einer MLUconf-e-Vorlesung durch den Dozenten
Der große Bildschirm an Prof. Immings Arbeitsplatz zeigt u.a. die Benutzeroberfläche von MLUconf; der kleinere Screen bildet die Präsentation, ein Video oder ein Molekülzeichenprogramm ab, das Imming in der e-Vorlesung vorführt.

über MLUconf freigegeben hat, läuft eine Präsentation, ein Molekülzeichenprogramm oder auch ein kurzes Video von rund einem GB Größe. Den Mauszeiger hat er in seinen Einstellungen zum Laserpointer gewandelt: Den können die Teilnehmer in dem Präsentationsfenster in MLUconf besser erkennen. Denn immerhin rund fünf Prozent seiner Studierenden verfolgen die Vorlesung auf einem Mobiltelephon, etwa zwölf Prozent auf einem Tablet, also auf kleinen Bildschirmen. Immings Kamera ist zudem nicht auf den Dozenten selbst, sondern auf einen weißen Zettel ausgerichtet: Während seiner Vorlesung nutzt er ihn als Tafel. Neben Skizzen führt er auch kleine Anschauungsgegenstände vor wie Molekülmodelle, ein Meeresschneckengehäuse und Lanzenotter-Giftzähne.

„Wenn ich den Stoff an Tafeln entwickle, nutze ich statt MLUconf die Vorlesungsaufzeichnung vom LLZ. So können die Studierenden unter anderem besser nachvollziehen, wie man chemische Formeln schrittweise entwickelt – ein wichtiger Bestandteil meiner Vorlesung ‚Chemie organischer Arzneistoffe‘.“ Über das LLZ können Lehrende Vorlesungsräume mit entsprechender Ausstattung für Opencast buchen und sich darin aufzeichnen lassen. „Hilfreich ist es, hier jemanden zum Abwischen der einen Tafelseite mitzunehmen, damit man auf der anderen direkt weitermachen kann und das Zeitfenster gut nutzt.“ Sicher sei es hier wie auch bei MLUconf Typsache, ob man gut zu unsichtbaren Zuhörern sprechen könne. „Für e-Vorlesungen muss man schon ziemlich wach sein“, schmunzelt er. Die technische Umsetzung jedoch ist für ihn gelungen, ebenso wie für seine Studierenden: Die hätten bislang ausnahmslos positives Feedback gegeben. Natürlich freut er sich dennoch darauf, wenn die Präsenzlehre wieder stattfinden kann.

MLUconf-Tipps für Lehrende von Prof. Peter Imming

  • Umfragen nutzen, um technische und Verständnisprobleme auch bei sehr großem Publikum schnell aufzudecken
  • Mauszeiger als Laserpointer anzeigen (z.B. in den Einstellungen von PowerPoint)
  • Kamera auf Notizzettel zum Mitschreiben und Zeigen richten
  • Bürobeleuchtung ausschalten, um „Schlieren“ und automatische Hell-Dunkel-Anpassungen im Kamerabild zu vermeiden

Über Susann Lederer

4 Kommentare

  1. Felix Pahlow sagt:

    Viele andere Lehrende leisten auch hervorragende Arbeit. Sie erstellen Screencasts und lassen sich auf das neue Format ein, ohne Studierende in ein synchrones Format zu zwingen. Dabei sind sie meist etwas ausführlicher als sie es vielleicht in einer Vorlesung wären, aber was man bereits kennt oder nicht verdeutlicht braucht, kann man überspringen oder mit höherer Abspielgeschwindigkeit ansehen.
    Ich halte synchrone Formate für Übungen und Seminare für nützlich, möchte aber eher keine Vorlesung synchron verfolgen müssen.

    • Susann Lederer sagt:

      Vielen Dank für den Kommentar! Selbstverständlich leisten viele Dozenten aktuell Großartiges mit vielfältigen digitalen Erfolgen. Im Interview erläutert auch Prof. Imming, dass er beispielsweise Opencast für asynchrone Formate nutzt. Jedoch hat jeder Lehrende (mittlerweile) seine Erfahrungen mit und Ideen von den Vor- und Nachteilen synchroner und asynchroner Formate, auch in Bezug auf seine eigenen spezifischen Inhalte. Das sollte sicher jeder im Einzelfall entscheiden.

  2. Heike Braunsdorff sagt:

    Unser Fachbereich Biometrie und Agrarinformatik nutzt MLUconf ebenfalls regelmäßig, allerdings nicht für komplette Lehrveranstaltungen, sondern nur als Austauschplattform zur Nachbereitung des Lehrstoffes und wir sind sehr zufrieden mit dem Tool.
    Technische Probleme gibt es nicht, soweit uns bekannt. Zur Unterstützung kommt neben dem Notebook ein ELMO L-12iD zum Einsatz, der ähnlich wie ein Overhead-Projektor funktioniert, allerdings nicht preiswert ist in der Anschaffung. Mit ihm kann man live auf einem Blatt Papier Formeln entwickeln, Erklärungen und Hinweise geben oder Objekte zeigen. Er soll später dauerhaft in den Präsenzveranstaltungen im Computerpool genutzt werden.
    Sehr gut eignet sich MLUconf über Studip ebenfalls für die Online-Fachberatung bei der Betreuung von Bachelor- und Masterarbeiten etc.

    • Susann Lederer sagt:

      Vielen Dank für das positive Feedback! Wir freuen uns, dass der Fachbereich Biometrie und Agrarinformatik über MLUconf mit den Studierenden interaktiv in Verbindung bleiben kann.
      Als Alternative zur Dokumentenkamera wie der ELMO L-12iD oder dem Schreiben auf einem abgefilmten Blatt Papier nutzen einige Dozenten auch Tablets. Darauf können sie frei Notizen machen, auch in Präsentationen. Allerdings hat gerade das feinmotorische Schreiben auf den kleinen Bildschirmen natürlich seine Grenzen.

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